04.11.2020

Preise kalkulieren - Schritt für Schritt Anleitung

DJ Preise kalkulieren

DJ Preise kalkulieren

Wer als DJ startet der stellt sich irgendwann die Frage: „Was soll ich als DJ verlangen?“ Ein Preis muss ein Preis kalkuliert werden! 

Wichtig hierbei ist: 

Bei Preiskalkulationen geht es um mehr, als einfach alle anfallenden Kosten zusammenzurechnen und eine Summe X als Gewinn draufzuschlagen. Ist der Preis schlecht kalkuliert, entgeht dir viel Geld, weil Kunden auch bereit gewesen wären, mehr zu zahlen. 

Aber wie findet man den richtigen Preis? Also einen, der alle Kosten deckt, konkurrenzfähig ist und auch noch Kunden lockt? Und welche Fehler sollte man bei der Preiskalkulation unbedingt vermeiden? 

Das erfährst du in diesem Blog mit Video!

DJ PREISE KALKULIEREN | ANLEITUNG
DJ PREISE KALKULIEREN | ANLEITUNG

DJ Preise kalkulieren

Wenn du als DJ startest, ist es ratsam sich diesem Thema zu widmen, damit du weißt was der Markt überhaupt hergibt und wie du deinen Preis berechnen solltest. Es ist viel zu spät, sich erst dann Gedanken über den Preis zu machen, wenn du schon als DJ tätig bist und schon Geld für deinen Service verlangst, denn einen vorhandenen Preis auf den richtigen Wert zu korrigieren ist nicht leicht. 

Bei diesem Blog mit Video habe ich mich zum Teil an einem Blogartikel von Impulse inspieren lassen. Ich habe es in 3 Kalkulationsmöglichkeiten unterteilt, die wir Stück für Stück durchgehen. Entscheide selbst welche Möglichkeit du nutzen willst! 


Was du VOR einer Kalkulation machen solltest: 

(das solltest du vielleicht besser mitschreiben!) 

Frage deine potenziellen Kunden (ob Brautpaare, Geburtstagskinder oder auch Menschen im Umfeld: 

  • Ist dein Service für sie so interessant, dass sie dich auch buchen würden? 
  • Warum ist es interessant? Was finden Sie gut und spannend? (So erfährst du was dich und deinen Service ausmacht) 
  • Welchen Preis würden sie für deinen Service zahlen? 
  • Und Warum? 

Selbst wenn du nur 10-20 Kunden fragen kannst, hilft es dir weiter eine Orientierung zu finden, als wenn du es gar nicht machst.

 „Was du nicht machen solltest, ist dich bei Preiskalkulationen auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen. „Wie viel du für Dich selbst bereit wärst zu zahlen, spielt überhaupt keine Rolle“. 

Viel sinnvoller ist es, die Preisbereitschaft potenzieller Kunden abzufragen.


Nun hast du folgende Möglichkeiten der Kalkulation:


Möglichkeit 1: Frage deine Kollegen was sie so verlangen! 

Finde ich persönlich einen komplett falschen Ansatz. Erstens ist es für deinen Service doch vollkommen egal was andere nehmen. Zudem haben sie wenn, eh eine andere Kalkulation - oder wohl eher ihre eigenen Preise nie wirklich selbst richtig kalkuliert. 

Das kriege ich oft mit, wenn man mir sagt: „Aber hier im Osten kann ich nur 300€ nehmen, die anderen nehmen auch nicht mehr“ - ja weil du dich an Leuten orientierst die selbst nie kalkuliert haben. Aber mittendrin steht eine Djane, die jedes Wochenende 4-stellig verdient. Weil sie eben für sich kalkuliert hat und ihren Wert kennt. 

Also Möglichkeit 1 „Frage deine Kollegen was sie so verlangen“ kannst du zwar nutzen, empfehle ich aber nicht.


Eine bessere Möglichkeit ist

Möglichkeit 2: Preise nach Aufwand Kalkulieren! 

Lass uns das mal zusammen in einer Kurzform machen. Denn viele DJs nutzen diese Möglichkeit und vergessen dabei einiges

Beispiel:
Event 7 Stunden - Technik für 100 Personen - 1 std Anfahrt 

Die meisten DJs halten 30€ netto pro Stunde für einen guten Lohn. Also nehmen wir 7x30 = 210€ 

Das wäre dann auch der Preis für einen Kofferjob. Also das Auflegen, wenn Licht & Lautsprecher schon vor Ort wären. 

Was aber wenn du dich auch noch darum kümmern sollst?
Nun kalkulieren viele Djs grob ihre Technik. Dabei kauft man gerne günstige Technik um hier nicht zu teuer zu werden. Also sagen wir mal 300€ pro Gig (runtergebrochen von den Kaufpreisen), Dann sind wir bei 510€. 

Jetzt noch ein kleiner Preis für die Anfahrt. Sagen wir mal 40€. 

So sind wir bei 550€ - Zack Endpreis! 

Was viele hier aber vergessen, ist einerseits der Gewinn: 30% für das Unternehmen (nicht für dich als Mensch) sind hier gut. Lässt du das weg hast du kein Geld um Musik oder neue Technik zu kaufen, etwas reparieren zu lassen oder auch mal in dich und dein Business zu investieren. Und sie vergessen die Zeit für Planung der Feier, Anfahrt, Technikkauf- & Abbau und die Heimfahrt. Was ja fast mit Party zusammen locker 15 stunden wären. Anstatt der kalkulierten 7 Stunden!

Aber rechnen wir normal weiter:

Packen wir 30% Gewinn mit drauf, liegen wir nun schon bei 715€. Das wäre jetzt theoretisch für einen 7std Job dein Endpreis. Grade wenn du anfängst und umsatzsteuerbefreit bist. 

Hast du aber ein richtiges Gewerbe kommen Umsatzsteuer, Einkommenssteuer und eventuell Gewerbesteuer noch dazu. Also Umsatzsteuer heißt: +19% = 851€ 

Rechnest du mit allen 3 Steuern kannst du ca. 35% statt 19% nehmen. = 965€ 

So wird oft kalkuliert. 

Dabei werden aber einige wichtige Faktoren im Business vergessen, wie zb das was ich eben schon mal Ansprach: deine Fahrtzeit zum Gig, deine Arbeitszeit unter der Woche, die sowieso fürs Business anfällt und einige weitere Dinge. Auch Angebote schreiben, Telefonate führen oder Social Media pflegen, gehören zur Arbeitszeit. Daher will ich dir mal eine andere Möglichkeit vorstellen, die auch in Frage kommt, wenn du mal vom DJing leben willst. 


Möglichkeit Nr. 3: Preiskalkulation aus dir selbst heraus. 

Diese Kalkulation ist sehr wertvoll wenn du das DJing hauptberuflich machen willst. Denn Nun bist du der Hauptaspekt: 

Wie viel Geld musst du verdienen, um deine Lebenshaltungskosten zu decken? Welcher Verdienst wäre schön? Anhand dieser Fragen kannst du deine Preiskalkulation auch beginnen. Diese Form wird vor allem bei Dienstleistungen verwendet, zu der auch das DJing gehört. Der begrenzende Faktor bei dieser Kalkulation ist in erster Linie die Zeit, da du halt nicht mehrere Gigs gleichzeitig spielen kannst und die wichtigsten Tage (das sind die Samstage in der Sommersaison) auch beschränkt sind. 

Lass uns mal ein Rechenbeispiel pro Monat machen: 

Da jeder Mensch andere Ausgaben hat: Trage da einfach deine eigenen Zahlen ein. Ich nenne dir hier nur einige als Beispiel um mal vorzurechnen. 

  • Ausgaben für Musik (da gehören Käufe, Promo Pools, usw auch dazu): 100 Euro 
  • Ausgaben für Technikkäufe: 420 Euro (15000€ Wert auf 3 Jahre = ca. 420) 
  • Miete inklusive Nebenkosten: 600,00 Euro 
  • Auto inklusive Verschleiß, Reparatur und Sprit: 200,00 Euro 
  • Krankenversicherung: 300,00 Euro 
  • Weitere Versicherungen wie Betriebshaftpflicht, Elektronik oder Diebstahlversicherung: 60 Euro 
  • Altersvorsorge: 150,00 Euro 
  • Essen & Trinken: 250 Euro 
  • Rücklagen & Weiterbildungen: 200,00 Euro 
  • Sonstiges: Webseite, Gema, Telefon, Internet, Spotify, Dropbox, Apss, Steuerberater, usw: 100 Euro 
  • Urlaub: 200 Euro (2400 im Jahr) 

Und Ja, es ist Ok, wenn du da auch höhere Zahlen einträgst. In manchen Städten ist die Miete echt brutal! 

Zudem kannst du noch einige Dinge mit rein nehmen, die dich selbst betreffen, aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Das können zb sein: Unterhaltszahlungen an eine Ex-Frau, Kinder, ein Firmenwagen, Renovierungsarbeiten, Umzug, weitere Hobbys die Geld kosten, usw 

= erforderliche monatliche Einnahmen: 2.580€ 


Du musst also in dieser Kalkulation mindestens 2.580 Euro nach Steuern pro Monat verdienen, um deinen Lebensstandard zu halten. Machst du das DJing nur Hobbyhaft oder nebenbei und hast noch einen Hauptjob, dann kannst du hiervon schon mal dein Einkommen abziehen und weißt nun was du als DJ monatlich noch dazuverdienen musst um den Lebens Standard zu halten. 

Als nächstes musst du wissen wieviel Stunden du als DJ im Durschnitt arbeitest. Gehen wir von 1 Tag am Wochenende aus, also Samstags, dann hast du pro Tag knapp 14 Stunden Zeit (24 std abzüglich 10 std Schlaf, Hygiene und Essen). Dazu kommen meist noch 10 stunden zeit unter der Woche für Vorbereitung, Musik suchen und üben zustande. 

24 Stunden pro Woche/pro Gig Arbeit. 

Hochgerechnet hast Du 96 Stunden Zeit im Monat um als DJ zu arbeiten. – Und das ist echt easy kalkuliert.

Aus deinem Verdienst ergibt sich: 2580/ 96 = ca. 27 Euro pro Stunde - minimum. 

Vergiss nicht, dass Wochenendarbeit extra vergütet wird, sowie auch Nacht- & Sonntagszuschläge. So, dass 35€/std schon ok wären. 

Bei 24std Arbeitszeit pro Auftrag (24x35) = 840€ pro Booking 

Das brauchst du bei dieser Rechnung pro Booking. 

Allerdings legst du nicht jedes Wochenende auf. Bist also nixht jede Woche unterwegs. Als mobiler DJ machst du im Sommer mehr, im Winter weniger. Zudem willst du auch mal Urlaub machen und dabei nicht auflegen. Oder du bist auch mal krank. 

Wichtig:
Jeden Gig den Du hier nicht spielst, muss dennoch gerechnet werden. Eben auf die anderen Gigs mit rein. So ist es logisch, dass du keine 52 Gigs (oder bei unserer Berechnung 48) im Jahr spielst, sondern nur 40. Also brauchst du bei 40 Booking umgerechnet = 1000€ pro Gig 

Das ist der Mindestpreis pro Gig. Auch wenn du weniger arbeitest, musst du diese Summe berechnen um nicht mit weniger Geld am Ende des Monats dazustehen. 

Nun brauchst du noch Geld um Gewinn zu machen. 

30% ist bei Dienstleistungen ein guter Schnitt. Wir hatten es ja vorhin warum Du den Gewinn brauchst. So bist du bei 1300€ pro Booking. Bitte beachte, dass du zusätzlich deine persönlichen Steuern (Umsatzsteuer, Gewerbesteuer/Einkommenssteuer, usw) bezahlen und die Mehrwertsteuer abführen musst. Diese kommen dann nochmals oben drauf. 

Das wären z.b. Nochmals knapp 35% 

So bist du bei knapp 1755€ pro Booking 

Pro Booking ist der Bruttopreis inkl. Technik & Anfahrt bei 1755€ Brutto - als kompletter Open End Preis / Tagespreis. 

Dinge wie Übernachtungskosten, weite Anfahrten oder Zusatzwünsche kommen hier dann noch On-Top. 

Wichtig ist folgendes: 
Egal ob man dich 4std oder 14stunden buchen will. Du kannst nur 1 Gig am Tag annehmen und brauchst für diesen Tag diesen Bruttopreis! Das ist sozusagen eine Tagespauschale. Unter diesen Preis solltest du daher nicht gehen. 

Spielst du jedoch weniger als 40 Bookings im Jahr, musst du es natürlixh aufrechnen. Spielst du mehr, könntest du es runterrechnen. Macht aber keinen Sinn, weil „ehrlich gesagt“ wenn du mehr als 40 Bookings spielst du „Mehr Geld“ brauchst um die Überarbeitung mit zusätzlichem Urlaub, Massagen, Kuren, usw wieder aufzufangen, denn die kosten dann auch Geld. 

Das ist die Preiskalkulation aus dir selbst! 


Meine Empfehlung:

Welche Kalkulation du wählst ist letztendlich deine Entscheidung! Es gibt auch Gründe weswegen man mal weniger oder sogar keine Gage verlangen sollte (und die Frage vom Kunden was man noch am Preis machen könne gehört hier nicht dazu) 

Es gibt aber auch deutliche Gründe weswegen du mehr als deine kalkulierte Gage verlangen solltest. Einer davon ist dein Fame, also deine Bekanntheit. Zudem regulieren Angebot & Nachfrage den Markt. Investierst du zudem noch in Dich und deine Leistung und steigerst deinen Wert als DJ für den Kunden, so kannst du hier deine Preise zusätzlich auch noch erhöhen. 

Mein Tipp:
Berechne immer den Preis für den bestmöglichsten Service, den du leisten kannst. Nichts halbes, sondern wirklich alles was du bieten kannst. Ich sehe oft das DJs sich billige Lichteffekte kaufen oder ihre Musik bei YouTube rippen um Geld zu sparen, sich dadurch absichtlich beschränken um billig anbieten zu können. Dabei bleiben sie weit unter ihrem eigentlichen Potenzial zurück. Biete lieber alles so gut an wie du es nur kannst. Ist dein Preis am Ende tatsächlich zu hoch für die Kunden und auch als die Umfrage der Zahlungsbereitschaft der Umfragekunden (du erinnerst dich an den Anfang des Videos), so kannst du auch Services, Technik, usw rein als AddOns anbieten und nimmst sie aus der normalen Technikkalkulation raus. 

Das reduziert den Grundpreis, lässt aber auch Möglichkeiten nach oben offen. 


Ja Freunde, das war es auch schon wieder mit diesem Beitrag. 

Interessieren Dich Themen wie Preise und das DJ Business allgemein? 

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Und übrigens:
Wenn du den Blog oder Video hier gut und informativ fandest, freue ich mich wenn du es teilst

DJ Coachings Mike Hoffmann

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